Tipps zur Stromversorgung von Effekten
Stromversorgung:
Eine vernünftige Stromversorgung ist essentiell für den Klang ein oder mehrerer Pedale. Eine unzureichende Stromversorgung resultiert in Brummen, mangelnder Soundqualität (gerade bei High-Gain Verzerrern) oder Funktionsuntüchtigkeit des Pedals.Zunächst wollen wir uns dem Betrieb eines einzelnen Effektpedals widmen.
Folgende Faktoren sind dabei zu beachten:
- Spannungstyp: Pedals werden nahezu immer mit DC, also Gleichspannung betrieben. Alternativ dazu steht AC, also Wechselspannung. Falls du dir nicht sicher bist, sieh einfach in der Bedienungsanleitung oder auf der Rückseite des Effektgerätes nach.
- Spannung: Die gängigen Spannungen für Effektgeräte sind 9V, 12V oder 18V. Ungefähr 90% aller Pedals werden dabei mit einer Spannung von 9V betrieben, vom 08/15 Bosspedal bis hin zum Snazzy FX-Monstrum. Gerade Kompressoren oder manche Delays funktionieren aber nur mit 12V oder 18V. Die benötigte Spannung ist dabei in der Bedienungsanleitung angegeben. Achtung: Falls eine falsche Spannung anliegt kann das Effektgerät unter Umständen zerstört werden, also keine Experimente!
- Stromstärke: Die für Effekte benötigte Stromstärke liegt im Milliampere-Bereich. Es ist immer darauf zu achten, wie viel Milliampere (mA) ein Effektgerät benötigt. Auch der Effekt-Typ hat Einfluss auf den Stromverbrauch: Während ein Fuzz-/Overdrive Pedal ca. 5-15 mA benötigt, setzen manche Delay- und Choruspedale zwischen 40 und 1200(!) mA voraus. Die meisten auf dem Markt befindlichen Universal-Netzteile starten bei 250-300 mA, reichen also theoretisch für den Betrieb eines einzelnen Effektgerätes aus. Anders verhält es sich, wenn mehrere Effekte über ein Netzteil betrieben werden sollen, hierzu später mehr. Mit einem Netzteil mit 500-2000 mA machst du nichts verkehrt und bist auf der sicheren Seite für die Zukunft.
- Polarität: Ein wichtiges Detail, eine falsche Polung kann das Effektgerät ggf. unbrauchbar machen. Die meisten Effektgeräte benötigen einen innenliegenden Minuspol, auch „negative tip“ genannt. Die Polarität wird folgendermaßen angegeben:

Der oben beschriebene „negative tip“ entpricht dem rechten Bildbeispiel (negative polarity). In der Mitte sind zwei Kreise zu sehen, der innenliegende Kreis ist hier negativ gepolt, also genau richtig für die meisten Effektgeräte. Die Polung kann auch mittels eines Adapters geändert werdenAC-Netzteile verfügen über keine Polung, es muss also diesbezüglich nichts beachtet werden. - Stabilisiertes Netzteil: Wir empfehlen dringend, ein stabilisiertes Netzteil zu verwenden! Bei spannungsstabilisierten Netzteilen bleibt die Ausgangsleistung unabhängig von der Beanspruchung konstant. Bei der Verwendung eines unstabilisierten Netzteils funktionieren manche Geräte nicht richtig, da die Ausgangsspannung je nach Belastung variiert.
- Batterie oder Netzteil?: Effektgeräte können entweder per Netzteil oder 9V-Blockbatterie betrieben werden. Dabei können je nach Betriebsart Soundunterschiede auftreten. Die Herstellerempfehlungen könnten unterschiedlicher nicht sein: Während manche auf Batterie schwören, raten andere vom Betrieb per Batterie ab. Letztendlich hilft hier nur ausprobieren, wir raten jedoch generell eher zum Netzteil. Dies hat neben dem Umweltschutz auch den Vorteil, dass dir nie in einer Livesituation kurz vor deinem Solo der Strom ausgehen wird.
- Generell gilt: Nahezu alle bei Effektboutique.de angebotenen Pedals funktionieren mit einem DC 9V Netzteil mit negative tip. In den meisten Fällen reicht also ein stabilisiertes, handelsübliches 9V DC-Netzteil aus. Die Milliampere-Zahl sollte im Hinblick auf Hitzeentwicklung und ggf. der zukünftigen Versorgung mehrerer Effekte bei 500-2000 mA liegen. Bei Pedalen mit höheren Spannungen (12V, 18V) oder anderer Polarität wird üblicherweise ein Netzteil vom Hersteller mitgeliefert. Wenn dies der Fall ist, wird es in der Produktbeschreibung von uns angegeben.
- Stromversorgung mehrerer Effekte: Bei der Versorgung mehrerer Effektgeräte mit Strom sind zusätzlich einige Dinge zu beachten. Zum einen wird mit einer zunehmenden Effektsammlung der Platz in der Steckerleiste knapp, zum anderen geht auch vielen handelsüblichen Netzteilen bei der Versorgung mehrerer Effektgeräte die Puste aus.
- Mehrere Effekte mit einem Netzteil versorgen: Dies funktioniert mithilfe von Verteilerkabeln. Diese werden von mehreren Herstellern angeboten und z.B. auch beim Boss TU-2 Tuner mitgeliefert. Sie lassen sich einfach am Netzteil anbringen und werden dann einfach in die zu versorgenden Effektgeräte gesteckt. Es gibt Modelle mit 3 bis 6 Steckern:

Zu beachten ist hierbei, dass das Netzteil den addierten Strombedarf aller angeschlossenen Effekte deckt. Hierzu müssen die Milliampere-Zahlen der Effekte addiert und mit der Leistung des Netzteils abgeglichen werden. Bei dem gleichzeitigen Einsatz vieler Effekte kann über den Einsatz spezieller Netzgeräte wie z.B. T.Rex-Fishtank oder Vodoo Labs – Pedal Power 2 nachgedacht werden. Diese Netzgeräte sind natürlich stabilisiert und können auch Pedals mit untereinander verschiedenen Spannungen (z.B. 3 x 9V und 1 x 12V parallel) versorgen. Um Brummen zu vermeiden, sollten alle Outputs galvanisch getrennt sein.


